Männer mit Brüsten

Ich bin ein Vollblut Mädchen. Aus ganzer Seele und mit ganzem Herzen. Ich liebe Pink und bei Glitzer setzt mein Gehirn ab und zu aus. Ich liebe es zu shoppen und zu dekorieren, frage lieber nach dem Weg als selbst lange zu suchen und verliere mich leidenschaftlich gerne in den tiefen meines Kleiderschrankes. Zähle ein weibliches Klischee auf und ich bin mir ziemlich sicher ich könnte es erfüllen.

Aber auf der anderen Seite bin ich unangefochtene Meisterin im IKEA Schrank aufbauen, kann Karten lesen, und bin mit Hammer und Nagel wahrscheinlich geschickter als viele meiner männlichen Artgenossen.

Aber warum fühle ich mich manchmal dadurch ein bisschen zerrüttet? Ich beobachte so viele Frauen, vor allem in der Berufswelt die dieses Vollblut Mädchen in ihnen gerade verlieren oder schon verloren haben. Und leider beobachte ich das auch an mir. Warum sind wir alle der Meinung man müsse männliche Qualitäten adaptieren um beruflich erfolgreich zu sein. Und ich meine richtig erfolgreich. Wie unsere männlichen Kollegen auf den obersten Management Etagen. Ich will das nicht! Ich liebe es Frau zu sein, mit allen Höhen und Tiefen. Ich will kein Mann mit Brüsten werden müssen, nur um mich in einer Männer geprägten Domäne durchzusetzen.

Ich will mir das Spiel mit der Weiblichkeit nicht verlieren. Diese Momente in denen man sich vollkommen frei und klar fühlt. Vollkommen eins mit sich ist. Lacht und die Weiblichkeit nur so aus jeder Pore quetscht. Nur irgendwie scheint das in der Berufswelt nicht akzeptabel zu sein. Packe bloß alles ein was dich zu einer Frau macht. Lach nicht zu laut. Das könnte glatt als flirten verstanden werden. Und schau bloß den Männern nicht zu lang und direkt in die Augen. Dann wird das Gerede nur allzu schnell laut, man hätte doch eine etwas bessere Beziehung zu seinem Chef als man sollte. Komisch eigentlich. Denn bei Männern ist genau das Gegenteil der Fall. Da heißt es, schau bloß nicht zu schnell weg. Dann denkt dein Gegenüber noch du bist schwach oder hast etwas zu verbergen. Und so richtig auf ehrliche weise verdient hat man die Beförderung ja eh nicht. Wenn nicht die Affäre mit dem Chef dann musste wohl mal wieder irgendeine Frauenquote erfüllt werden.

Wie soll das gehen?

Warum können wir nicht eine neue Generation von Managern hervorrufen? Eine, die von weiblichen Attributen geprägt ist. Und das nicht erzwungen, durch Quoten oder so einen Schwachsinn. Sondern eine Generation die sich natürlich entwickelt und erst genommen wird. Dann müssten sich nicht alle Frauen in Männer verwandeln, nur um auf der Karriereleiter an die Spitze zu kommen. In Männer mit Brüsten.

 

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