Einheitsbrei

Polarität. Eine großartige und so bezaubernde Sachen. Was wäre die Welt ohne Polarität? Ohne heiß und kalt. Hell und Dunkel. Süß und salzig. Schwarz/ weiß und bunt. Und ohne weiblich und männlich. Was wäre das für eine unglaublich öde und einschläfernde Welt. Eine Welt komplett ohne Reize, ohne wirkliches Leben. Und wie schön kann das Spiel zwischen Mann und Frau sein. Belebend. Voller knisternder Energie. Voller Magie.

Doch irgendetwas passiert hier gerade. Etwas das diese Magie zerstört. Männer und Frauen sollen plötzlich gleich sein. Gleich erzogen werden. Mit dem gleichen Spielzeug spielen. Sollen sich für die gleichen Dinge interessieren. Möglichst noch die gleichen Dinge tragen, den gleichen Job tun und die gleichen Hobbies haben. Und das bis wir alle irgendwann in einem einzigen Einheitsbrei versinken. Einfach verschwinden in einer Masse die nichts wirklich auszeichnet. Außer, dass sie irgendwie gleich ist. Männer sind die besseren Frauen und Frauen die besseren Männer. Wie langweilig! Wie unglaublich langweilig!

Wo ist da der Reiz? Das Feuer? Das Spiel? Es gibt doch nichts schöneres als das wahre Spiel zwischen männlich und weiblich. Ob männlich und weiblich nun auch gleichermaßen Mann und Frau bedeutet sei dahingestellt. Jeder von uns ist ganz tief im inneren eher weiblich oder männlich. Ob nun Mann oder Frau. Und dieses Spiel ist bezaubernd. Für einen selbst und für den anderen. Und meistens sogar für die Beobachter. Beobachtet man Paare beim ersten Date so gleicht das eher einem Tanz als einer Unterhaltung. Natürlich nur wenn es auch ein erfolgreiches Date zu sein verspricht. Ihre Körper stellen sich aufeinander ein. Ganz unbewusst. Und sie spiegeln einander. Ihre Körperhaltung. Ihre Gesten. Es entsteht Polarität. Denn Polarität gibt Energie, belebt und erzeugt Leben. Frauen fangen an zu kichern, strahlen regelrecht. Männer richten sich auf und sind erwiesenermaßen zu größeren Anstrengungen fähig. Warum wollen wir das zerstören und vereinheitlichen? Mütter predigen ihren Söhnen sie sollen bloß nicht so werden wie ihre Väter. Sondern irgendwie netter. Irgendwie mehr so wie sie. Zu so einer Art Frau. Nur eben als Mann. Und ihren Töchtern sagen sie, sie müssen stark sein. So wie ein Mann. Nur eben als Frau. Dadurch kommt diese Polarität ins Wanken. Männer wissen nicht mehr so richtig was es eigentlich heißt ein Mann zu sein. Sie werden zu echten Weicheiern, zu Pussys. Oder sie kompensieren dies und werden zu wahren Arschlöchern. Zu Machos. Die rumlaufen und Herzensbrechen zu einer Olympischen Disziplin gemacht haben. Aber guckt man genau hin, sind die genauso verloren. Verloren in dem Einheitsbrei von Mann und Frau. Frauen wissen aber auch nicht mehr was es heißt Frau zu sein. Sie treten in einen Macht- und Konkurrenzkampf mit den Männern die sie doch eigentlich nur beschützen wollen. Weil welche emanzipierte Frau braucht schon einen Mann der sie beschützt und ihr den Rücken stärkt?

Meine Antwort darauf ist: Jede! Klar traue ich jeder Frau vollkommen zu sich alleine durchzukämpfen. Und genauso traue ich das auch jedem Mann zu. Aber wäre es nicht irgendwie schöner dieses Leben zusammen zu bestreiten. Mit Fähigkeiten die sich ergänzen statt andauern gegeneinander zu kämpfen.

Ich zum Beispiel bin super gerne allein und brauche keinen Mann an meiner Seite. Aber ab und zu da fehlt mir die Erdung. Die Fokussierung. Ich verliere mich in meinen Gedanken und Verwirrungen. Da brauche ich jemanden der mich zurück auf den Boden holt. Der mir Erdung und Halt gibt. Der einfach nur da steht. Präsenz ist und sagt das alles gut wird. Mit einer Urtiefen Autorität wie nur Männer sie haben. Nur leider haben die meisten Männer diese Autorität irgendwo verloren. In den verzweifelten Versuchen bessere Söhne und Männer zu werden. Aber niemand braucht diesen halbgaren Mischmasch aus Mann und Frau. Diesen Einheitsbrei. Ich wünsche mir wieder echte Männer. Echte Ritter. Männer die für ihren Clan sterben würden und voller Präsenz einfach da sind und stehen bleiben. Das wünsche ich mir. Denn ich möchte auch wieder eine Frau sein können. Ohne ständig zu kämpfen. Und ohne Einheitsbrei.

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