Verliebt ins verliebt sein

Ich bin verliebt, ja regelrecht besessen von der Idee des Verliebt seins. Ich suche hinter jeder Ecke und schaue unter jedem Stein. Schweifen meine Gedanken ab baue ich große, rosa Luftschlösser voller Abenteuer und voller Möglichkeiten. Stelle mir vor wie es wohl wäre. Was ich wohl fühlen würde. Doch dann kommt es plötzlich und ganz unerwartet. Ein kleiner verirrter Schmetterling wagt sich in meinen Bauch. Ich bin vollends begeistert und sprudel vor Energie. Ich fühle mich so lebendig. Doch bevor der Schmetterling auch nur Zeit hatte sich vollends auszubreiten habe ich ihn schon wieder gefangen. Ihn eingesperrt. Dass er sich bloß nicht vermehrt. Und dann noch ganze viele Schmetterlinge frei in meinem Bauch umhertollen. Nein. Das wäre ja furchtbar. So ganz außerhalb meiner Kontrolle. Aber habe ich mir nicht eigentlich genau das gewünscht? Oder war es eher die Idee die ich davon hatte?

Wir wünschen uns den angeblich perfekten Partner, die perfekte Geschäftsidee und das perfekte Leben. Aber entwickelt sich unser Leben dann urplötzlich tatsächlich einmal in diese Richtung bekommen wir Panik und sabotieren uns selbst. Unterbewusst natürlich. Mehr oder weniger. Wir suchen nach Fehlern. Nach Ecken und Kanten. Weil so toll kann mein Leben doch nun wirklich nicht sein. Warum sollte ich so etwas verdient haben? Oder wir finden Ausreden warum es doch nicht geht. Unser Gehirn ist da ziemlich einfallsreich. Und wir reden uns so lange ein, dass es nicht geht bis wir es selbst aus voller Überzeugung glauben. Wir hypnotisieren uns regelrecht. Und dann früher oder später finden wir den Fehler. Das Haar in der Supper. Garantiert. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das. Man redet sich so lange etwas ein bis es dann tatsächlich eintrift. Um sich dann selbst zu bestätigen: Habe ich es doch gesagt.

Warum können wir nicht einfach akzeptieren das uns etwas großartiges widerfährt. Das unsere Idee wunderbar ist und funktionieren wird. Das unser Partner uns wahrlich liebt und tatsächlich treu ist. Das unser Leben nun mal einfach bezaubernd ist. Wir suchen immer nach den Fehlern. Evolutionär betrachtet können wir auch gar nicht anderes. Jahr Millionen Jahre war unser Gehirn darauf trainiert die Fehler zu finden. Einfach um zu überleben. Aber heute müssen wir, auf jeden Fall wir hier in Europa, nicht mehr um unser Überleben fürchten. Und dennoch suchen wir andauernd nach irgendwelchen Fehlern. Nach Dingen die eben nicht gut laufen. Und wenn es keine gibt dann beschwören wir sie hervor. Bis sie eben tatsächlich eintreten.

Ich finde es ist an der zeit unser Gehirn umzupolen. Warum suchen wir nicht anstatt nach Fehlern immer nach den guten Dingen. Nach Sachen die wahrlich toll laufen. Wechseln wir doch einfach den Fokus. Und sind dann nicht nur verliebt in die Idee und die Vorstellung des verliebt sein sondern sind es tatsächlich. Wenn also das nächste mal ein einsamer Schmetterling sich in unseren Bauch verirrt. Heißen wir ihn willkommen. Pflegen ihn und geben wir ihm eine Chance. Vielleicht vermehrt er sich und es entsteht etwas großartiges. Vielleicht geht er auch von ganz alleine wieder. Aber wir geben ihm eine Chance.  Eine Chance sich in etwas großartiges zu verwandeln. Damit aus der Idee endlich Realität wird.

 

Goldener Käfig

Reich sein. Unabhängig. und Vollkommen Frei. Frei zu tun und lassen was ich will. Zu reisen wohin ich will. Wann ich will. Solange ich will und mit wem ich will. Das will ich. Und zwar unabhängig. Ich will auf niemanden angewiesen sein. Will nicht von der Zuneigung profitieren. Ich will nicht meine Seele verkaufen. Nur um vermeintlich frei zu sein. Weil das ist nicht Freiheit. Auf jeden Fall nicht meine Definition davon.

Ich will diese Freiheit aus eigenen Stücken erreichen. Und ich bin mir sicher, dass es möglich ist. Auch ohne mich und meine Seele zu verkaufen. Bizarrerweise sehen viele das Problem aber gar nicht. „Als Frau hat man doch viel bessere Chancen frei und reich zu werden – heirate doch einfach reich.“ Dieser Satz löst alles in mir aus. Nur keinen Zuspruch. Meine Empörung darüber konnte mein Gegenüber nicht verstehen. Er sah es als natürliche Lösung. Warum auch nicht? Ich würde ja nur mich, meinen Körper, meine Seele und alle meine Werte verkaufen. Verkaufen gegen ein vermeintlich freies Leben. Es würde sich ja jemand um mich kümmern.

Der Tausche „Schönheit gegen Geld“ ist Uralt. Und hat schon immer großartig funktioniert. Auf den ersten Blick profitieren beide Parteien davon. Aber eben nur auf den Ersten. Ich will das nicht! Für viele mag es erstrebenswert sein, sich einfach jemanden zu suchen der sich um einen kümmert. Man wäre ja so Sorgenlos. Man müsste sich keine Gedanke um Geld machen und könnte tun und lassen was man will. Blickt man aber genauer hin ist das falsch. Man ist gefangen. Gefangen in einem goldene Käfig. Es ist warm und gemütlich und es mangelt an nichts. Außer an Freiheit. Und an Leben. Man ist wie gelähmt in seinem Käfig. Es fehlt jegliche Motivation etwas zu verändern. Man hat Angst vor der Welt da draußen. Vor der echten Welt. Voller Gefahren. Voller unbekannter Dinger. Aber auch voller Möglichkeiten und Abenteuer. Man müsste nur ausbrechen, aus diesem goldenen Käfig.

Wir alle kennen diesen goldenen Käfige. Sie sehen alle Unterschiedlich aus. Vielleicht ist es das Elternhaus. Oder der Partner. Der ja irgendwie schon immer da war. Man baut sich sein kleines Nest in diesem Käfig und versteinert langsam. Guckt ab und zu nach draußen. Sieht die Gefahren und redet sich ein wie toll und bequem das hier drinnen doch alles ist. So bekannt und vertraut.

Und dann plötzlich passiert etwas. Etwas außergewöhnliches. Etwas Aufregendes. Und man bricht aus. Und dann gibt es kein zurück mehr. Man blickt zurück und kann es nicht verstehen. Bis der nächste goldene Käfig kommt und einen langsam einlullt. Wieder einhüllt in eine Wolke der Bequemlichkeit. Und man gewöhnt sich wieder dran. Eine so trügerische und gefährliche Wolke. Von außen sieht man sie ganz klar. Aber steckt man erstmal drin sieht man gar nichts mehr. Schon gar nicht die eigene Wolke.

Also brechen wir aus. Fliegen davon. In den nächsten goldenen Käfig. Um dann wieder auszubrechen…

Verliebt. Verliebt ins Leben

Ich will mich verlieben. Hals über Kopf. Über alle Stränge schlagen. Einfach leben. Verliebt sein. Ohne Hintergedanken. Ohne wenn’s und aber’s. Ich will mich lebendig fühlen. Schmetterlinge im Bauch haben. Voller Energie pulsieren und das Leben wirklich spüren. Das will ich. Ich will mich richtig verlieben. Ja regelrecht verknallen.

Aber darf man das überhaupt noch? Ist das überhaupt noch angebracht und überhaupt erstrebenswert? Und ich meine so richtig verknallen. Wenn man beinahe Kopflos ist und alle anderen einen angucken, als wäre man auf Drogen. Und irgendwie ist man das ja auch. Ist es deswegen nicht mehr ok sich zu verlieben. Also so richtig zu verlieben. Nicht nur ein bisschen, so nach dem Motto: Ach irgendwie ist der ja ganz nett und wir passen ja auch irgendwie gut zusammen. Aber echte Leidenschaft ist da nicht im Spiel. Das will ich nicht. Das ist langweilig. Und scheinbar bin ich kein Einzelfall. Irgendwie verliebt sich niemand mehr so richtig. Man denk immer sofort über die Konsequenzen nach. Hat das mit uns auch Zukunft? Mögen meine Eltern ihn? Passen unsere Vorstellungen vom Leben zusammen? Wo will er in 5 Jahren sein? Und anstatt es zu versuchen und alles zu geben hört man auf bevor es überhaupt begonnen hat. Lieber etwas Lockeres. Einfach eine Geschichte fürs Bett. Aber bloß keine Emotionen. Es läuft eben so vor sich hin. Parallel mit anderen. Und keiner würde auch nur auf die Idee kommen mal etwas Richtiges, etwas Ernstes draus zu machen. So mit echten Verpflichtungen. Alleine das Wort klingt wie eine Bedrohung. Irgendwie. Redet man sich zu mindestens ein. Also lässt man es weiterlaufen. Bis es sich irgendwann verläuft. Und man es irgendwie vergisst.

Und ehe man sich versieht hat man mehrere dieser Geschichten hinter sich. Verschlissen und hinter sich gebracht. man sammelt sie als Whatsapp Leichen im Handy. Bis man die Chats dann doch irgendwann löscht. Sieht ja schon sonst recht komisch aus. Und macht einen ja vielleicht sogar nachdenklich. Man sortiert aus. Wie man seinen Kleiderschrank aussortiert. An ein paar Teilen hängen wirklich gute Erinnerungen und sehen eigentlich auch echt noch süß aus. Aber anziehen würde man sie trotzdem nie wieder. Also weg damit. Aber nicht alle Teile kann man so schnell und einfach aussortieren. Die Lieblingsjeans zum Beispiel. Hat zwar überall Löcher und ist eigentlich nicht mehr tragbar. Aber wegschmeißen. Neee. Das ist doch meine Lieblingsjeans. In die hat man sich damals so richtig verliebt. Für eine ganze Zeit war sie die einzige. 

Ich glaube wir haben Angst vor dem verlieben. Wir versuchen alles im Leben irgendwie logisch und rational zu erklären. Schreiben Pro und Contra Listen und wollen, dass alles irgendwie zusammenpasst. Eben Stimmig ist. Wenn ich mir erlaube, mich in jemanden zu verliebe, dann muss das schon passen. Dann muss es das schon wert sein. Und dann muss er auch bitte alle meine gefühlten drei Millionen Kriterien erfüllen. Weil sonst. Nein. Das Risiko wäre zu groß. Und je älter wir werden desto mehr Kriterien stellen wir auf. Wir leben uns so ein in unserem Leben. Da ist dann auch kein Platz mehr für jemanden anderes. Für den wir dann auch noch Kompromisse eingehen müssten. Oh Gott! Und wir könnten verletzt werden. Ja das Risiko besteht auch. Also lieber weiter mit lockeren Bettgeschichten durch die Schlafzimmer der Stadt fliegen. Und sich eben nicht verlieben. 

Aber wer hat eigentlich gesagt das man sich nur mit Konsequenzen verlieben kann? Kann ich mich nicht einfach so verlieben. Um das Verlieben willen. Ohne direkt eine Stocksteife und erste Beziehung einzugehen? Einfach nur, weil verlieben schön ist. Sich gut anfühlt und freimacht.

Ich möchte mich verlieben. Verlieben ins Leben.

Fridolin das Einhorn

Fridolin das Einhorn Was eine unglaublich tolle Überraschung! Wer hat die bezaubernsten Schwester in diesem Universum?!

Ich habe diese umwerfende Torte von meiner allerliebsten Schwester bekommen. Und das einfach so. Was soll man dazu sagen?

Also hier eine kleine Anleitung, wie sie dieses Meisterwerk gezaubert hat.

Also der Schokokuchen und die Ganache sind ähnlich zu dem Superman Kuchen.  Ihr könnt aber theoretisch auch jeden anderen Kuchen als Basis nehmen. Alles was lecker ist geht wunderbar 🙂

Die eigentliche Magie steckt ja aber auch in der faszinierenden Verzierung dieses Wunderwerkes. Nachdem ihr den Kuchen ordentlich mit Ganache bedeckt habt kommt der rosa Fondant Deckel drauf. Dafür einfach weißen Fondant mit roter Lebensmittelfarbe rosa einfärben. Das kann am Anfang ziemlich anstrengend sein und dauert auch meinst eine Weile bis sich die Farbe gleichmäßig verteilt hat. Aber die Arbeit lohnt sich! Dann nur noch gleichmäßig ausrollen und ab auf den Kuchen.

Kommen wir nun zu Fridolin, dem Einhorn. Das besteht auch insgesamt drei Teilen Fondant. Die Beine die Arme und der Kopf. Für mehr Stabilität sorgt ein Zahnstocher in der Mitte. Formt einfach eine lange etwa Daumendicke Wurst und legt legt sie im Halbkreis. Dann formt eine zweite Wurst. Diese sollte etwas dünner und Kürzer sein als die erste, da daraus einmal die Arme werden. Und die sind ja bekanntlich dünner als die Beine. Steckt den Zahnstocher oben rein, damit es auch gut hält. Nun geht es an die Modellage, damit es am Ende auch aussieht wie ein Einhornkörper. Nun muss noch der Kopf geformt werden. Dazu einfach einen etwas länglichen Kloß formen und mit etwas Geduld zwei Ohren und das Horn befestigen. Am besten stabilisiert ihr auch das Horn mit einem abgebrochenem Zahnstocher, damit es nicht einknickt. Bis der Fondant richtig durchgetrocknet ist, könnte ihr eine kleine Papierrolle unter den Kopf schieben um den zu stützen. Wir wollen ja nicht das es ein traurig guckendes Einhorn wird.

Fridolin das Einhorn 2So nachdem das Grundgerüst steht fehlen noch die Verzierungen. Mit etwas rosa Fondant formt man nun vier kleine Pfoten und klebt diese an den Enden der Arme und Beine. Für die Mähne einfach viele kleine Spaghettis aus dem rosa Fondant formen und auf den Kopf kleben. Die Augen sind mit glitzere und Schwarzer Zuckerfarbe gemalt. Die gibt es fast in jedem Supermarkt in vielen Unterschiedlichen Farben.

Nun setzt man das Einhorn einfach noch oben auf den Kuchen. Man kann es entweder noch mit etwas Zuckerguss festkleben oder locker drauf stehen lassen. Dann sticht man noch ein paar Blumen aus dem restlichen Fondant aus, klebt sie mit Puderzucker an der Seite fest und fertig ist das Meisterwerk!

 

Königin der Mauern

Sich zu verlieben macht Angst. Angst vor dem zurückgewiesen werden. Angst vor dem Herzensbruch. Angst davor jemandem das Herz zu brechen. Und sogar Angst davor, dass es vielleicht tatsächlich funktionieren könnte. Weil was wäre dann? Bin ich überhaupt schon alt genug, um mich zu entscheiden mit wem ich den Rest meines Lebens verbringen will? Habe ich den schon alles erlebt, was man als Single so erleben muss? Was ist wenn es doch auseinander geht. In vielen Jahren. Die armen Kinder. Und die ganze Zeit die ich dann verschwendet hätte. Also es besser erst gar nicht versuchen. Lieber die Mauer um mein Herz weiter ausbauen. Dicker machen und höher. Damit auch bloß keiner dieses Gerüsts, das ich Leben nennen ins Wanken bringen kann. Den hinter meiner Mauer sitze ich sicher. Kann durch das Burgtor alles beobachten. Verschieden Fassaden aufziehen. Besucher in den Vorraum lassen aber auch schnell wieder rausbucksieren. Denn ich bin schließlich die alleinige Herrscherin in meiner kleinen Burg. In meinem kleinen eingemauerten Herz. Bin geschützt vor Angriffen und kann mich verteidigen.

Eigentlich fehlt es mir an nichts. Ich habe Hofnarren zu meiner Belustigung. Schöne Gewänder, essen und ein wirklich bequemes Schlafgemach. In meinem kleinen Schloss. Doch irgendwas fehlt. Vielleicht sind die Mauern doch etwas zu dick. Die Sonne kommt gar nicht richtig hindurch. Und vielleicht sind die Hofnarren auf Dauer auch keine echte Belustigung mehr. Nerven nur noch. Was wäre, wenn ich die Mauern fallen lassen würde? Was wäre, wenn mich jemand wirklich sehen würde? Und ich meine wirklich mich. Nicht die Krone die ich stolz auf meinem Kopf trage. Und nicht die Schminke, den Schmuck und die Gewänder. Sondern mich. Das wäre fucking scarry!

Was da alles passieren könnte. Jemand könnte mir ebenbürtig sein. Mich wirklich berühren. Und plötzlich hätte ich da etwas zu verlieren. Meine Freiheit. Mein Herz. Und dann wieder die Frage, bin ich dafür überhaupt schon bereit? Nein, wohl eher nicht. Also lieber zurück in die vermeintlich sicheren Mauern. Oder könnte man es auch Gefängnis nennen? Na immerhin ist da drinnen sicher. Und ich kann mich verstecken vor mir und der Welt.

Denn da draußen, ungeschützt ohne Mauern ist es fucking scarry! Da bleibe ich lieber Königin meiner Mauern.

Oder?

Einheitsbrei

Polarität. Eine großartige und so bezaubernde Sachen. Was wäre die Welt ohne Polarität? Ohne heiß und kalt. Hell und Dunkel. Süß und salzig. Schwarz/ weiß und bunt. Und ohne weiblich und männlich. Was wäre das für eine unglaublich öde und einschläfernde Welt. Eine Welt komplett ohne Reize, ohne wirkliches Leben. Und wie schön kann das Spiel zwischen Mann und Frau sein. Belebend. Voller knisternder Energie. Voller Magie.

Doch irgendetwas passiert hier gerade. Etwas das diese Magie zerstört. Männer und Frauen sollen plötzlich gleich sein. Gleich erzogen werden. Mit dem gleichen Spielzeug spielen. Sollen sich für die gleichen Dinge interessieren. Möglichst noch die gleichen Dinge tragen, den gleichen Job tun und die gleichen Hobbies haben. Und das bis wir alle irgendwann in einem einzigen Einheitsbrei versinken. Einfach verschwinden in einer Masse die nichts wirklich auszeichnet. Außer, dass sie irgendwie gleich ist. Männer sind die besseren Frauen und Frauen die besseren Männer. Wie langweilig! Wie unglaublich langweilig!

Wo ist da der Reiz? Das Feuer? Das Spiel? Es gibt doch nichts schöneres als das wahre Spiel zwischen männlich und weiblich. Ob männlich und weiblich nun auch gleichermaßen Mann und Frau bedeutet sei dahingestellt. Jeder von uns ist ganz tief im inneren eher weiblich oder männlich. Ob nun Mann oder Frau. Und dieses Spiel ist bezaubernd. Für einen selbst und für den anderen. Und meistens sogar für die Beobachter. Beobachtet man Paare beim ersten Date so gleicht das eher einem Tanz als einer Unterhaltung. Natürlich nur wenn es auch ein erfolgreiches Date zu sein verspricht. Ihre Körper stellen sich aufeinander ein. Ganz unbewusst. Und sie spiegeln einander. Ihre Körperhaltung. Ihre Gesten. Es entsteht Polarität. Denn Polarität gibt Energie, belebt und erzeugt Leben. Frauen fangen an zu kichern, strahlen regelrecht. Männer richten sich auf und sind erwiesenermaßen zu größeren Anstrengungen fähig. Warum wollen wir das zerstören und vereinheitlichen? Mütter predigen ihren Söhnen sie sollen bloß nicht so werden wie ihre Väter. Sondern irgendwie netter. Irgendwie mehr so wie sie. Zu so einer Art Frau. Nur eben als Mann. Und ihren Töchtern sagen sie, sie müssen stark sein. So wie ein Mann. Nur eben als Frau. Dadurch kommt diese Polarität ins Wanken. Männer wissen nicht mehr so richtig was es eigentlich heißt ein Mann zu sein. Sie werden zu echten Weicheiern, zu Pussys. Oder sie kompensieren dies und werden zu wahren Arschlöchern. Zu Machos. Die rumlaufen und Herzensbrechen zu einer Olympischen Disziplin gemacht haben. Aber guckt man genau hin, sind die genauso verloren. Verloren in dem Einheitsbrei von Mann und Frau. Frauen wissen aber auch nicht mehr was es heißt Frau zu sein. Sie treten in einen Macht- und Konkurrenzkampf mit den Männern die sie doch eigentlich nur beschützen wollen. Weil welche emanzipierte Frau braucht schon einen Mann der sie beschützt und ihr den Rücken stärkt?

Meine Antwort darauf ist: Jede! Klar traue ich jeder Frau vollkommen zu sich alleine durchzukämpfen. Und genauso traue ich das auch jedem Mann zu. Aber wäre es nicht irgendwie schöner dieses Leben zusammen zu bestreiten. Mit Fähigkeiten die sich ergänzen statt andauern gegeneinander zu kämpfen.

Ich zum Beispiel bin super gerne allein und brauche keinen Mann an meiner Seite. Aber ab und zu da fehlt mir die Erdung. Die Fokussierung. Ich verliere mich in meinen Gedanken und Verwirrungen. Da brauche ich jemanden der mich zurück auf den Boden holt. Der mir Erdung und Halt gibt. Der einfach nur da steht. Präsenz ist und sagt das alles gut wird. Mit einer Urtiefen Autorität wie nur Männer sie haben. Nur leider haben die meisten Männer diese Autorität irgendwo verloren. In den verzweifelten Versuchen bessere Söhne und Männer zu werden. Aber niemand braucht diesen halbgaren Mischmasch aus Mann und Frau. Diesen Einheitsbrei. Ich wünsche mir wieder echte Männer. Echte Ritter. Männer die für ihren Clan sterben würden und voller Präsenz einfach da sind und stehen bleiben. Das wünsche ich mir. Denn ich möchte auch wieder eine Frau sein können. Ohne ständig zu kämpfen. Und ohne Einheitsbrei.

Männer mit Brüsten

Ich bin ein Vollblut Mädchen. Aus ganzer Seele und mit ganzem Herzen. Ich liebe Pink und bei Glitzer setzt mein Gehirn ab und zu aus. Ich liebe es zu shoppen und zu dekorieren, frage lieber nach dem Weg als selbst lange zu suchen und verliere mich leidenschaftlich gerne in den tiefen meines Kleiderschrankes. Zähle ein weibliches Klischee auf und ich bin mir ziemlich sicher ich könnte es erfüllen.

Aber auf der anderen Seite bin ich unangefochtene Meisterin im IKEA Schrank aufbauen, kann Karten lesen, und bin mit Hammer und Nagel wahrscheinlich geschickter als viele meiner männlichen Artgenossen.

Aber warum fühle ich mich manchmal dadurch ein bisschen zerrüttet? Ich beobachte so viele Frauen, vor allem in der Berufswelt die dieses Vollblut Mädchen in ihnen gerade verlieren oder schon verloren haben. Und leider beobachte ich das auch an mir. Warum sind wir alle der Meinung man müsse männliche Qualitäten adaptieren um beruflich erfolgreich zu sein. Und ich meine richtig erfolgreich. Wie unsere männlichen Kollegen auf den obersten Management Etagen. Ich will das nicht! Ich liebe es Frau zu sein, mit allen Höhen und Tiefen. Ich will kein Mann mit Brüsten werden müssen, nur um mich in einer Männer geprägten Domäne durchzusetzen.

Ich will mir das Spiel mit der Weiblichkeit nicht verlieren. Diese Momente in denen man sich vollkommen frei und klar fühlt. Vollkommen eins mit sich ist. Lacht und die Weiblichkeit nur so aus jeder Pore quetscht. Nur irgendwie scheint das in der Berufswelt nicht akzeptabel zu sein. Packe bloß alles ein was dich zu einer Frau macht. Lach nicht zu laut. Das könnte glatt als flirten verstanden werden. Und schau bloß den Männern nicht zu lang und direkt in die Augen. Dann wird das Gerede nur allzu schnell laut, man hätte doch eine etwas bessere Beziehung zu seinem Chef als man sollte. Komisch eigentlich. Denn bei Männern ist genau das Gegenteil der Fall. Da heißt es, schau bloß nicht zu schnell weg. Dann denkt dein Gegenüber noch du bist schwach oder hast etwas zu verbergen. Und so richtig auf ehrliche weise verdient hat man die Beförderung ja eh nicht. Wenn nicht die Affäre mit dem Chef dann musste wohl mal wieder irgendeine Frauenquote erfüllt werden.

Wie soll das gehen?

Warum können wir nicht eine neue Generation von Managern hervorrufen? Eine, die von weiblichen Attributen geprägt ist. Und das nicht erzwungen, durch Quoten oder so einen Schwachsinn. Sondern eine Generation die sich natürlich entwickelt und erst genommen wird. Dann müssten sich nicht alle Frauen in Männer verwandeln, nur um auf der Karriereleiter an die Spitze zu kommen. In Männer mit Brüsten.

 

Supermann Kuchen

2016-03-05 20.14.50Wenn das keine Liebe ist…

Es ist zwar jetzt schon ein bisschen her, aber die meisten erinnern sich. Vor gut einem Monat war mal wieder Valentinstag. Einige blicken mit Freude andere mit Schaudern zurück. Ist eben keine so einfache Sache mit diesem angeblichen Tag der Liebe.

Merle hatte aber die bezaubernde Idee, ihrem Freund als Anerkennung einen wahren Supermann Kuchen zu backen. Eine ziemlich süße Idee, fand ich auf jeden Fall. Außerdem, war der Kuchen auch noch super lecker. Also Gründe genug um das Rezept hier mit euch zu teilen 🙂

Als Basis für diese süße Versuchung dient ein super saftiger Schokoladenkuchen-Traum. Dafür braucht ihr folgende Zutaten:

  • 320 g Butter
  • 200 g Zartbitterschokolade
  • 250 g Zucker
  • 8 Eier
  • 190 g Mehl
  • 30 g Kakao (Backkakao)
  • 1,5 TL Backpulver
  • 1 Pr. Salz
  • ½ TL Vanilleextrakt

Um dadraus jetzt einen Kuchen zu zaubern müsst ihr als erstes die Butter im Topf schmelzen, allerdings auf keinen Fall zu heiß werden lassen. Dann die Schoki dazugeben und auch schmelzen lassen. Das ergibt dann eine leckere, fettige Schokomischung🙂

Als nächstes Eier, Zucker, Salz und Vanille in einer großen Schüssel vermengen, die Schokomasse hinzugeben und dann den Rest, also Mehl, Backpulver und Kakaopulver auch dazugeben und alles gut verrühren.

Das Wunderwerk muss dann für ca. 35 Minuten bei 160 Grad in den Ofen und das am besten bei Oberunterhitze.

Wenn der Kuchen soweit fertig ist, wird es erst richtig lecker. Die Ganache wird gezaubert. Die kommt dann sowohl als Füllung in die Torte als auch als Untergrund für den Fondant oben drauf. Sonst hält die schöne Supermann Verziehung später nicht.

Für die Ganache braucht ihr:

  • 200 g Sahne
  • 600 g weiße Schokolade

Die Sahne in einem Topf aufkochen lassen und den Topf dann von der Herdplatte nehmen. Die Schokolade kleinhacken und in der Sahne schmelzen lassen. Das ganze umfüllen und über Nacht bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Am besten klebt ihr einen Zettel ran, dass sie auch wirklich keiner ausversehen in den Kühlschrank stellt sonst wird sie am nächsten Tag viel zu hart zum verstreichen sein!

Am nächsten Tag dann einfach den Kuchen längs in der Mitte teilen und mit einer Schicht Ganache füllen. Dann den Rest schön üppig auf der gesamtem Oberfläche der Torte verteilen.

Und jetzt beginnt der eigentliche Spaß, das Verzieren 🙂

Dafür braucht ihr eine ordentliche Menge Fondant. Am einfachsten ihr kauft die einfach im Supermarkt. Und natürlich Lebensmittelfarben. Für den Supermann Kuchen braucht ihr blau, gelb und rot.

Jetzt geht es ans kneten und formen. Die einzelnen Teile des Fondant einzufärben kann ganz schön anstrengend werden. Aber ist auch ein wunderbares Workout für die Arme 🙂  Einfach ein paar Tropfen Farbe mit einem Teil des Fondant verkneten.

Supermann Kuchen_VerzierungDann den blauen Fondant Kloß ausrollen und als
erste Schicht über den gesamten Kuchen legen. Als nächstes müsst ihr dann aus der roten Masse ein Dreieck schneiden und es mittig auf den Kuchen legen.  Das gleiche macht ihr mit dem gelben Fondant. Allerdings sollte das gelbe Dreieck etwas kleiner sein als das rote, damit das berühmte Supermann Logo entsteht. Und dann fehlt eigentlich nur noch das rote „S“. Meine Schwester hat sich einfach eine Art Schablone ausgedruckt, damit es auch nach dem original aussieht.  Ein bisschen tricksen ist immer Erlaubt 🙂

Das ErgebnisSupermann Kuchen_Verzierung2 war wirklich der Hammer, nicht nur optisch!

Also wenn ihr auch einen „Supermann“ in eurem Leben habt der gerne mit süßen Dingen beglückt wird, ist dieser Kuchen eine super Idee!

Wir wünschen euch ganz viel Spaß beim nachbacken und guten Appetit beim Naschen 🙂

 

P.S. Als Inspiration diente  http://sallys-blog.de/

 

Erwachsen werden…

Nia mostrando sonrisaMit dem erwachsen werden ist das so eine Sache. Wenn man es noch nicht ist kann man es kaum erwarten und sobald man dann angeblich endlich erwachsen ist will man es am liebsten wieder loswerden.

Aber woher weiß man eigentlich, dass man wirklich erwachsen ist?

Früher so mit 16 dachte ich immer: „Ohh wow, die 23-Jährigen, die sind ja so erwachsen und haben bestimmt schon einen richtigen Plan vom Leben und wissen wie es geht.“

Heute mit selbst 23 Jahre bin ich von einem solchen Plan und solcher Weisheit leider sehr weit entehrt. Und wenn ich mich so in meinem Umkreis umschaue bin ich nicht gerade ein Sonderfall, sondern Spiegel eher die Mehrheit wieder. Klar kommt man irgendwie zurecht ohne in allzu großem Chaos zu versinken aber wirklich durchgeplant Vorausblickend ist was Anderes.

Was ist das also, dieses sagenumwobene erwachsen sein? Wir hören immer wieder, man soll sich erwachsen verhalten und in Streits wird oft gesagt „Wir sind doch alle erwachsen, das können wir jetzt auch zivilisiert regeln.“ Aber was genau heißt das? Dass ich meine Gefühle zurücknehmen soll, mein Herz abschalten und möglichst nur noch mit dem Kopf denken und dann auch bitte so handeln soll?

Erwachsen sein ist anstrengend und echt unlustig. Alle erwarten etwas von einem. Man muss sich ständig um etwas kümmern. Der Internetanbieter lässt einem nicht aus dem Vertrag, der Perso ist abgelaufen und dann sollte man sich auch wirklich mal um seine Steuererklärung kümmern. Und dann kommen da noch allerhand Beziehungen hinzu. Die kommen aber viele gehen auch wieder. Und auch das soll man einfach so hinnehmen und möglichst kein großes Drama draus machen. Wir sind ja schließlich alle so erwachsen… oder auch eben nicht.

„We live like zombies. Wake up, carry out habits and go to sleep only to wake up and do it again. You exist, but do you feel alive?” -Unknown

Und dann ganz plötzlich ist man in die Falle getappt. In die Falle des angeblich so vernünftigen und ach so weisem Erwachen sein. Man lebt so vor sich hin und hackt einen Punkt nach dem anderen von seiner To do Liste die einfach nicht enden will. Man verliert sein Ziel aus den Augen und viel schlimmer noch seine Träume. Man funktioniert, weil alle ja irgendwie Funktionen. Und weil man es eben so macht…

Wie furchtbar ist das den bitte? Man macht etwas, weil man es eben so macht?

Ich finde das geht nicht. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es anderes geht! Anderes gehen muss.

Wir sollten wieder mehr zum Kind werden. Wieder impulsiv handeln und das sagen was wir meinen ohne uns permanent zu fragen was wohl die anderen über uns denken. Wir sind doch schließlich nur einmal hier in diesem Leben und in diesem Körper. Wäre es also nicht viel schlauer dann auch alles mitzunehmen? Ohne uns permanent über die Konsequenzen oder die Meinung der andern zu kümmern. Wir sollten wieder anfangen zu tanzen, auch ohne Musik. Zu lachen, nur, weil uns danach ist. Eben wie ein Kind. Oder habt ihr schon mal jemanden gesehen der ein lachendes Kind an mault warum es so laut lacht. Oder was es für einen Grund hat jetzt einfach so fröhlich zu sein. Nein wohl eher nicht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Menschen anfangen mit zu lachen. Also fangen wir doch alle an zu lachen, einfach so, ohne ersichtlichen Grund…

Natürlich ist es ab und zu notwendig erwachsen zu sein und Dinge rational zu betrachten. Aber genauso wichtig ist es, ab und zu eben nicht erwachsen zu sein und dem Leben einfach zu vertrauen das sich schon alles zu unserem besten entwickeln wird.